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Projekte
Zielsetzung des Entwurfes ist es, mit wenigen behutsamen Gesten eine neue Verbindung von historischen Fragmenten, gegenwärtiger Nutzung des Areals und zukünftigen Entwicklungspotenzialen zu schaffen. Das historisch gut dokumentierte Klosterareal dient als gedankliche Basis, um eine Kontinuität der Nutzungen sowie auch der baulichen Formen zu erreichen.
Auf dem Wettbewerbsgrundstück ist demnach die Mauer an der Nordseite mit dem Sprechgitter, und die historische Kirche erhalten. Die Kirche ist auf der Ostseite und wegen eines Teilabbruchs nicht mehr vollständig. Auf der Nordseite des jetzigen Klostergartens befinden sich weitere für sich eigenständige Gebäude, die zum Klosterkomplex gehören. Sie sind untereinander und zum Kloster durch deutliche Zwischenräume spürbar getrennt. Der Verlauf der historischen Klostermauer und die Struktur der verbliebenen Gebäude werden für die Platzierung des neuen Veranstaltungsraums aufgenommen. Das neue Gebäude schließt somit die Lücke der Klostermauer zur Kirche und wird in den Klostergarten eingebunden. Der Raum öffnet sich zum Klostergarten hin, der so als Gesamtanlage erhalten bleiben kann. Die Bühne steht wie die anderen Nebengebäude außerhalb der Klostermauer. Hier spürt man die Kontinuität der Geschichte durch Analogien und Metaphern, denn wie beim historischen Sprechgitter wird auch hier von außerhalb der Mauer ins Kloster hineingesprochen. Die Fortführung der Klostermauer um den neuen Raum herum endet in einem Treppenturm. Dieser interpretiert die abgebrochene Apsis mit Dachreiter bzw. Glockenturm und zeichnet ein Bild der Vergangenheit in die Gegenwart. Ebenfalls an dieser Stelle befindet sich noch ein Teil der alten Klostermauer mit Torbogen. Der neue Treppenturm bildet mit dem Rundbogen zusammen den Zugang zu dem Veranstaltungsraum und Garten. Durch die unmittelbare Nähe zum jetzigen Eingang der Klosterkirche werden die Zugänge auf eine Stelle zusammengefasst. Schon heute ist dort ein kleiner Vorplatz, der dann für beide Gebäude genutzt werden kann.
Das neue Gebäude setzt sich aus drei wesentlichen Elementen zusammen:
- der Außenmauer, die die Klostermauer fortführt
- dem Treppenturm
- und dem eigentlichen Veranstaltungsraum
Mit dieser Mauer wird der Klostergarten eingefasst. Sie schließt mit einem Treppenturm an der Klosterkirche ab. In sie hinein ist der eigentliche Veranstaltungsraum gestellt. So stellt sich diese Umfassung das dominierende Element dar und der Veranstaltungsaal entsteht durch ein leichtes, eingeschobenes Dach. Dadurch bildet er durch seinen offenen, am Garten orientierten Charakter auch atmosphärisch eine bereichernde Ergänzung zu den bestehenden Sälen, die sakralen bzw. schweren, gewölbeartigen Charakters sind.
Die Materialwahl ist auf wenige Baustoffe reduziert:
Für die schweren Bauteile wie die Mauern und den Treppenturm ist eine in den Farbtönen der historischen Klosteranlage eingefärbte Ziegelfassade vorgesehen. Sie wird in Schichten und Längen unterschiedlich rau aufgebaut. Die verglasten Fensteranlagen und der Innenausbau werden in gebürstetem Eichenholz ausgeführt. Holz vermittelt im Kontrast zum kühlen Beton einen warmen Eindruck. Die Schwere der Mauer, die gleichmäßige Oberfläche und raue Struktur ergeben den Charakter der klösterlichen Konzentration und ermöglichen somit dem Besucher ebenfalls ein zur Ruhe kommen.
Durch die Neuinterpretation der vorgefundenen Motive wie das Sprechgitter, die in schlichten aufgebauten schweren Wänden und die Reduktion auf wenige Baustoffe wird das neue Gebäude behutsam in die historische Klosteranlage eingefügt und gibt der bereits jetzt für kulturelle Zwecke genutzten Kirche einen weiteren Nutzungsbaustein der sie für die Zukunft weiterhin nutzbar und wertvoll werden lässt.